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Meine lieben deutschen Freunde!
Ich möchte ihnen meine Eindrücke über Deutschland vermitteln und ein paar Worte zu dem Programm sagen. Vom ersten Augenblick an fällt die Sauberkeit im Flughafen und auf den Straßen auf. Ich möchte meine Kollegen, die immer wieder die Frage gestellt haben: „Wann wird es in Russland die gleiche Sauberkeit geben?“, darauf aufmerksam machen, dass Ordnung oder Unordnung nur Menschen, die in diesem Land leben, herstellen. Und man soll das Gebührende dem deutschen Volk zukommen lassen: Die Ordnung ist auf dem höchsten Niveau. Sehr angenehm überraschte uns die Gastfreundschaft, mit der uns die Mitglieder der Deutsch-Russischen Gesellschaft begegnet sind – ihr aufrichtiges Interesse und Bestreben die kulturellen und wirtschaftlichen Bindungen zwischen den Städten Irkutsk und Pforzheim in die Wege zu leiten und weiterzuentwickeln. Ich möchte der Gesellschaft für die gegebene Möglichkeit danken, die Geschichte und Kultur Deutschlands kennenzulernen und auch zu erfahren, wie Menschen in Europa leben. Ich denke, es lohnt sich nicht, die Lebensbedingungen in Deutschland und Russland zu vergleichen; man sollte keine Noten vergeben. In Wirklichkeit sind das zwei absolut unterschiedliche Länder, obwohl sie auch viel Gemeinsames haben.
Ein besonderes Dankeschön möchte ich für die Organisation von Führungen durch Museen, Ausstellungen, die Fahrt nach Baden-Baden und für die Begegnung mit sehr interessanten Menschen sagen. Insgesamt ein herzliches Dankeschön an die Gesellschaft und ihre Mitglieder, dass unsere Freizeit sehr gefüllt und außergewöhnlich begeisternd war.
Ein paar Worte zu dem Programm selbst. Ich zweifle nicht daran, dass das Ziel dieses Programms war, beizubringen wie das Arbeiten in Deutschland tatsächlich abläuft. Aber ich habe, ehrlich gesagt, nicht die Fülle von Informationen und Wissen bekommen, mit der ich gerechnet habe. Als Maler habe ich keine mehrjährige Berufserfahrung, aber wenn ich etwas nicht so wie mein Lehrmeister tue, dann bedeutet das nicht, dass ich es falsch mache; ich mache es einfach anders, und wir kommen zu einem Ziel auf verschiedenen Wegen. Und ich glaube, meine Methode ist nicht oft falsch. Und wenn ich die hier gebrauchten Materialien nicht kenne, dann ist das nur eine Frage der Zeit und der Übung. Einmal sagte Frau Weber zu mir: „Aleksej warum interessierst Du dich nicht für Deine Firma, fragst nicht den Chef, wie man das oder jenes macht?“ Wissen Sie, sehr geehrte Frau Weber, meinen Chef sehe ich nur 5 Minuten morgens, wenn er den Brigaden Aufgaben erteilt, Sie sehen es ein, dass es in dieser Zeit blöd wäre ihm irgendwelche Fragen zu stellen, und ich weiß nicht, wie es in den anderen Firmen vorgeht bei meinen Kollegen, aber bei der Firma X arbeitet man während der Arbeitszeit und redet nicht. Auch wegen der Sprachbarriere hat sich eine gespannte Lage entwickelt, weil die Sprache, die wir so fleißig lernen, sich ein bisschen von der Sprache unterscheidet, die meine Arbeitskollegen sprechen. Und während der Pause von 30 Minuten kommt auch kein Gespräch mit den Kollegen zustande, da sie unmittelbar mit dem Mittagessen beschäftigt sind. Aber ohne Hauch von Schmeichelei kann ich zugeben, die Beziehungen waren sehr freundschaftlich und höflich. Mein herzliches Dankeschön Ihnen dafür. Ein besonderes Dankeschön geht an meinen Chef für die gegebene Möglichkeit, das Praktikum in seiner Firma durchführen zu dürfen, für seine Aufmerksamkeit mir gegenüber, und auch an meinen Betreuer und Partner, leider kenne ich nur seinen Vornamen.
Im Allgemeinen meine ich, dass Sie im Moment eine ein wenig falsche Vorstellung von Russland haben. Das ist schon nicht mehr das Land, wie vor ein paar Jahren. Die wirtschaftliche Situation wird langsam stabil und noch dazu entwickelt sie sich in die Richtung Produktivitätsteigerung. Ich streite es nicht ab, dass das soziale Netz noch auf einem nicht ausreichenden Niveau ist. Aber die Menschen, die arbeiten wollen und Geld verdienen, haben diese Möglichkeit auch wenn sie einfache Handwerker sind. Und damit sichern sie sich ein einigermaßen sorgenfreies Leben. Man hat in Russland in politischer und in jeder anderen Hinsicht mehr Freiheiten als in Deutschland. Was das Handwerk angeht hat Russland seine qualitativ guten und nicht teueren Materialien. In Hinsicht Design in der Innenausstattung und Außenputz kann Deutschland was von Russland lernen.
Ein bisschen bin ich verwundert über so eine Aufmerksamkeit der hiesigen Polizei gegenüber meiner Person. Während meines Aufenthalts wurde ich ein paar Mal untersucht im hellichten Tag und ohne ersichtlichen Grund, ich war absolut nüchtern. Apropos, ich habe mich sehr über eine Phrase von einem eurer Kollegen gewundert: „Du bist kein richtiger Sibirier, weil Du kein Wodka trinkst“. Bei uns begeistert sich wer gut leben will nicht für Alkohol. Das war alles. Danke für ihre Aufmerksamkeit, noch einmal herzlichen Dank für die gegebene Möglichkeit und auch meinen persönlichen Dank an Herrn Schöck. Bitte urteilen Sie nicht streng, ich habe nur meine Meinung gesagt.

So fern die Taiga, Sibirisches Land Als unendliches Meer Der mächtige Baikal, Das Europahaus und wir.
Aus Irkutsk nach Pforzheim, Durch die Stiftung des Herrn Schöck Um zu lernen.
Zwei Kulturen fließen zusammen, Freundschaften entstehen, Ausgeschlossen ist der Krieg.
Die Menschen leben zusammen. Neue Häuser entstehen, Gärten blühen, Und Städte werden Partner.
Wir danken Herrn Schöck, Wir danken unseren lieben Freunden Für die Arbeit und die Sorge, Für die Wärme und Geduld.
Wir sind sehr dankbar und haben es nicht geglaubt, das wir in Deutschland auch so leben würden wie ihr. . .
Vieles haben wir gesehen - Städte und Dörfer Und die Krönung - Baden-Baden.
Sehr viel erfuhren wir über dieses Landes Kultur. So möchten wir Unsere Heimat aufbauen.
Wir danken allen Die uns geholfen haben Hierher zu kommen. Vielen Dank ! Sie sind willkommen, Unsre Heimat grüßt Sie.

„Wissen ist Licht, Nichtwissen ist Finsternis“ – mit dieser Redensart möchte ich meinen Bericht einleiten. Denn ich glaube, das Hauptziel des Projektes ist, dass wir etwas neues lernen in unserem Beruf und dass wir Antworten auf unsere zahlreichen Fragen finden. Man kann viel und wohl endlos schreiben, aber ich bemühe mich kurz alles zu berühren und ehrlich über positives und negatives zu sprechen. Beginnen wir mit Karlsruhe. Natürlich war alles bestens organisiert, sehr interessant gemacht und man spürte die Bemühungen und Herzlichkeit. Die vielen Besichtigungen von Firmen, ehrlich, da war ich begeistert. Da gab es so viele neue und interessante Informationen. Das alles werde ich Zuhause durcharbeiten. Das einzige ist, dass man dort wohl den Eindruck hatte, dass wir nicht besonders viel können. Wir begannen praktisch am Anfang des Handwerks. Der Lehrer bemühte sich zwar, uns alles zu zeigen was er konnte und alle vorhandenen Werkzeuge, aber unser Niveau ist höher als das einer „Anfängerschule“. Nach 3-4 Tagen hatte ich alles gesehen uns selbst ausprobiert.. Aber im ganzen habe ich einen guten Eindruck. Ich bin in der Firma! Mit meiner Firma habe ich natürlich ausgesprochen großes Glück. Mein Chef und meine Kollegen sind wunderbare und herzliche Menschen. Wir haben uns gleich verstanden. Ich habe gespürt, dass man sich mit mir unterhalten will und meine Fragen beantworten möchte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit meinen Kenntnissen der deutschen Sprache über alles reden kann. Aber es ist doch so: wenn Menschen miteinander sprechen möchten, dann verstehen sie sich auch. Jetzt nach zwei Monaten kann ich schon einige Schlüsse ziehen. Ein Grundproblem stellen die unterschiedlichen Arbeitsmethoden in unseren zwei Ländern dar. In Deutschland ist eine Stunde Arbeit eines Fachmannes sehr teuer und das Material relativ billig. In Russland ist es umgekehrt, das Material ist teuer und die Arbeitskraft relativ billig. Einige Methoden werde ich kaum anwenden können daheim, weil das Material zu teuer ist. Aber ich glaube, das ist eine Frage der Zeit. Und außerdem ist bei uns nicht immer ein so hohes Arbeitstempo erforderlich, dafür ist die Qualität viel besser. Auch habe ich in Russland mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, die die technische Ausführung betreffen, die ich hier bisher nicht bemerkt habe. Aber trotzdem habe ich aus vielen Situationen selbst einen Ausweg gefunden. Einige Materialien werde ich noch kennenlernen und noch einige Fragen stellen, aber ich kann mit Überzeugung sagen, dass meine Zeit nicht umsonst vergangen ist. In Irkutsk treffe ich auf viele technische Schwierigkeiten. Mit der Zeit musste ich durchdachte Lösungen finden. Ich habe auch versucht, verschiedene dekorative Materialien anzuwenden. Jetzt, wenn ich mir alles hier anschaue, bekomme ich eine Menge Ideen und technologische Anregungen. Und am Ende ergibt in meinem Kopf alles eine logische Kette. Ich konnte alles zusammenfassen und auswerten und habe jetzt eine Vorstellung von meiner weiteren Entwicklung. Am Ende will ich über meinen Aufenthalt im Ganzen sprechen. Ich schätze alle Menschen, die an der Organisation des Projektes teilgenommen haben, die so viel Mühe und Kraft investiert haben. Ich bin berührt von der warmen Gastfreundschaft und der Fürsorge, die uns umgeben. Ich habe in zwei Monaten so viel gesehen, wie ich sonst kaum gesehen hätte. Jetzt sehe ich die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ganz grundlegend haben sich meine Vorstellung und meine Meinung über das deutsche Volk und seine Kultur geändert. Es hat sich gezeigt, dass nicht nur in Sibirien gastfreundliche Menschen leben. Es ist eine gute Idee, dass sich Menschen verschiedener Völker begegnen, austauschen und anfreunden.

Deutschland mit den Augen eines Bürgers aus Irkutsk. Aspekte des Lebens in Deutschland – Für und Wider
Meinen Bericht möchte ich mit den Worten „Tue Gutes auf ewig“ beginnen. So geschah es mir und meinen Kollegen, jetzt schon meinen Freunden, die nach dem Willen des Schicksals in das kleine und gastfreundliche Pforzheim kamen. Von Kindheit an sind wir alle heimatverbunden. Und dieses Heimatgefühl, das ich mit der Muttermilch eingesogen habe, erlebt habe in den starken Armen meines Vaters, den warmen Worten meiner Großeltern, dem Lachen meiner Kindheitsfreunde, dem Duft von frisch geschnittenem Heu, der Weite der sibirischen Natur, dem standhaften Charakter der Bewohner meines Dorfes, all das ist meine Heimat. Meine Eltern sind zu Kriegszeiten geboren. Mein Vater 1940, meine Mutter 1942. Ich habe von meiner Großmutter viel über den Krieg erfahren, aus Filmen und Büchern. In der Schule hörte ich von der BRD und der DDR, auf dem Niveau, das man aus der Presse entnahm. Das große Ereignis der Wiedervereinigung. Menschen eines Landes dürfen nicht aus unterschiedlichen Seiten einer Mauer wohnen. Auch wenn das historische Ursachen hatte, aber Geschichte wird auch von Menschen gemacht. Das Leben geht seinen Gang und viele Dinge betrachtet man mit der Zeit mit anderen Augen. Und so geschah es auch. Wir fliegen nach Deutschland und überhaupt das erste Mal ins Ausland. Hinter uns liegen ein Monat Sprachkurs und ein einziges Treffen im Europäischen Haus zur Auswahl mit den Vertretern der Deutsch-Russischen Gesellschaft, vor uns Ungewißheit und die Erwartung, viel über das Land und seine Menschen zu erfahren. Russland, 25. August. Im Himmel über Russland sterben von der Hand von Terroristen hunderte von Menschen. 26. August Abflug, wir fliegen mit der gleichen Fluggesellschaft. Ein riesiger Airbus trägt uns über die unermeßlichen Weiten Rußlands und es wird schmerzhaft und traurig, dass über vielen Familien heute Trauer liegt, dass dieser dunkelblaue Himmel, diese Ruhe, in einem einzigen Augenblick von einer Tragödie zerrissen werden kann. Im Irkutsker Flughafen bleiben unsere Familien zurück, die uns begleitet haben, die Freunde, die geliebten Menschen. Wir landen in Moskau, steigen um, rufen gleich zu Hause an, dass alles in Ordnung ist, dass wir in Moskau sind, und fliegen weiter nach Frankfurt. Frankfurt. Der Himmel ist bewölkt, unser Flugzeug zieht einige Kreise, kommt aus den Wolken heraus und landet. Rote Dächer, schöne Gebäude, sorgfältig geschnittene Straßen, viele Blumen. Das ist der erste Eindruck von Deutschland. Alles ist anders. Alles ist neu. Wir betreten deutschen Boden. Und schon auf dem Weg im Flughafen hören wir die russische Sprache und werden froh. Das erste Treffen am Flughafen mit den Vertretern der Gesellschaft, wir machen ein Erinnerungsfoto, setzen uns ins Auto und fahren nach Pforzheim. Manchmal kommt es mir vor, als würde das gar nicht mir geschehen, wie im Traum, dass das der Wille des Schicksals ist, dass ich hier über die Autobahn fahre, um mich herum ungewohnte Schönheit und eine ganz andere Landschaft. Eine riesige Vielfalt an Autos, große und kleine, mit Fahrrädern und Booten. Wir rufen per Handy zu Hause an, teilen mit, dass wir angekommen sind, dass wir abgeholt wurden, dass alles in Ordnung ist. Das erste Abendessen bei Familie Weber, als kämen wir zu Verwandten zu Besuch und hätten uns lange nicht gesehen. Der warmherzige Abend im Kolpinghaus, neue Bekannte, warme Begrüßungen und Wünsche. Das Treffen mit Herrn Schöck, all das sind sehr tiefe Eindrücke und werden für immer in meinem Herzen bleiben. Und vor uns liegen noch drei Monate mit neuen Eindrücken. Die ersten Stunden Sprachkurs mit Katharina, sie macht vieles mit uns in spielerischer Form, wir verbringen die Stunden sinnvoll und zum Nutzen der Sprache. Und abends nach dem Kurs lernen wir die Stadt kennen. Viele verschiedene Kirchtürme mit Uhren, Melodien, die die Zeit anzeigen, schöne Straßen, herrliche Blumen, die ruhige Enz und Nagold, deren Wasser friedlich zwischen den Häusern entlangfließt. Schwäne und fette Enten schwimmen darauf. Die ersten Stunden in der Schule in Karlsruhe, obwohl wir früh aufstehen müssen ist jeder Tag interessant, das Verlangen, so viel wie möglich zu erfahren, interessante Exkursionen in die Firmen, neue Technologien zur Herstellung und Bearbeitung von Steinen, der Besuch bei der Firma von Eberhard Schöck. Und neue tragische Nachrichten aus Russland. Beslan: Wir kaufen die Zeitung, gehen ins Internet-Café und verfolgen mit Schmerz in den Augen die Ereignisse in Ossetien. Jeder von uns hat diesen Schmerz im Herzen und dann sehen wir in einer hiesigen Zeitung das Foto, eines Soldaten mit einem Kind auf dem Arm, er trägt es aus der zerstörten Schule. Und direkt daneben irgendein freizügiges Foto und es kommt einem der Gedanke, dass dieser Redakteur gar nicht weit weg ist, der so unterschiedliche Dinge nebeneinander bringt. Die Dinge beim Namen nennend, möchte ich anmerken, dass es mir nicht gefällt, dass die deutschen Männer Ohrringe tragen und bis zu den Knien herabhängende Hosen. Wenig Jugendliche treiben Sport. Es gefällt mir nicht, dass viele meiner deutschen Arbeitskollegen die Geschichte ihres Landes nicht kennen und die Interessen im Leben so enggesteckt sind, dass sie auf viele ganz einfache Fragen keine Antwort geben können. Dafür ist es sehr angenehm, die etwas ältere Generation zu sehen. Mit Rucksäcken auf den Fahrrädern, sie reisen viel und viele arbeiten auch noch. Man kann sehen, wieviel Arbeit mit den Händen geleistet wurde, wieviele Kräfte und Energien nötig waren, um diese Städte, diese Dörfer, diese Parks und Brücken anzulegen. Wieviel Mühe nötig war, um alten Architekturdenkmäler wieder herzustellen, den Nationalstolz Deutschlands. Und ich möchte daran glauben, dass die junge Generation in Deutschland genauso reich an kulturellem Bewußtsein ist, auch so fleißig und die geistigen Spuren ihrer Vorfahren schätzt. Als wir die alten Schlösser besuchten, wurden wir Zeugen jener Epoche, in der all dies vor sich ging. Nicht von Hand geschaffene Schlösser und Kirchen, durchdachte Türme und Kapellen, all das scheint nicht von Menschenhand geschaffen. Es ist sogar schwierig den Gedanken des Architekten zu folgen, der sich das alles ausgedacht hat. Und das Entscheidende ist, dass das alles erhalten und gepflegt ist, dass der Geist all dessen auch heute noch lebt, und Sie müssen das bewahren und erhalten für unsere Nachkommen. Der Rhythmus des Lebens, der in Deutschland herrscht, hat mir sehr gefallen. Dass die Menschen sehr früh zur Arbeit gehen und abends Zeit für ihre Familie haben. Dass bei der Arbeit jeder mit seiner Sache beschäftigt ist, dass es am Wochenende zwei freie Tage gibt, die man sehr interessant verbringen kann. Es gibt viele Ausflugsmöglichkeiten und vieles zu sehen. Wir haben Paris und Venedig besucht, jede diese Städte ist auf ihre Weise schön und jede hat ihr Schicksal, so wie jeder Mensch sein Schicksal hat. Und das Bild der Städte in Deutschland ist auch verschieden, aber die deutschen Städte heben sich insgesamt durch Sauberkeit und Ordnung ab, durch gepflegte Häuser und Straßen. Und ich wünsche mir, dass auch in Russland die Menschen die Mühen der andern Menschen achten und schätzen würden. Die viele Mühe, die in diesem Projekt der Deutsch-Russischen Gesellschaft aufgewendet wurde, verdient größte Dankbarkeit. Auf den Schultern eines jeden lag Verantwortung dafür, dass unser Aufenthalt für uns interessant würde und ich glaube, das ist zu hundert Prozent gelungen, wir haben Museen und Fabriken gesehen, Städte und Dörfer, wir haben oft gemeinsam gegessen und Probleme erörtert, wir haben gesehen, wie das deutsche Volk lebt, was es in seiner Freizeit macht, haben die nationale Küche kennengelernt, wir haben drei Monate die selbe Luft geatmet, mit den gleichen Problemen gelebt.
Drei Monate, das ist so viel Zeit weit weg von Heimat und Familie, und so wenig Zeit, um neues zu lernen und zu begreifen und ich möchte, dass diese warmen Beziehungen, die entstanden sind, sich weiterentwickeln, sowohl auf freundschaftlicher, als auch auf geschäftlicher Ebene. Und wenn wir nach Hause kommen werden wir unseren Verwandten und Freunden sehr viel zu erzählen haben. Was wir in Deutschland gelernt haben werden wir zu Hause, in unseren Betrieben, umsetzen. Und zum Schluß möchte ich sagen:
Es gibt im sibirischen Land wo die Zedern rauschen und die endlosen Wälder singen. Wo Fichten stehen und ewige Ruhe schützen und der Baikalsee am Fusse träumt. Und Angara läuft, ohne den Vater zu fragen, zum guten Jungen Enisej. Hier bin ich geboren und gewachsen ich bin herangewachsen und ein Mann geworden, habe verschiedenes gelernt. Göttliche Stadt Irkutsk, in der Mitte des Landes bist du die Hauptstadt Sibiriens. Und auf deutscher Erde hat sie einen Bruder, auf der anderen Seite, 7000 Kilometer westlich Von südlicher Sonne erwärmt hier wächst Wein der Duft von Äpfeln und Birnen Pflaumen, Pfirsichen und Nüssen Ein fleißiges Volk lebt in diesem Land das seinen Traum im Geschaffenen verwirklicht Hier steht seit Jahrhunderten das Geheimnis der Vorfahren Schlösser Festungen und Paläste Die Majestät liegt ausgebreitet bis zu den Alpen Der schwarze Schwarzwald voll schönen Vertrauens Pforzheim besuchend werde ich niemals vergessen was ich eines Tages sah Der freudige Empfang auf deutscher Erde, wie wir die Sprache gelernt mit Katharina Jeder aus der Gesellschaft hat uns ein Stückchen seiner Seele gegeben Der Horizont hat sich für uns geöffnet. Wir kehren nach Hause zurück und das Wissen, das wir bekommen haben werden wir im Leben einsetzen und erzählen den Freunden wie hier lebt das Volk, wie das Leben hier läuft Im Vergleich liegt Erkennen Unsere Familien, die Freunde warten in der Heimat auf uns Bald die Fahrt zurück die Zeit geht schnell Doch kein Abschied auf immer wir erwarten Euch bei uns sagen allen Euch „Tschüs“ Bei uns denkend „Auf Wiedersehen!“

Den ersten Eindruck von Deutschland, besser, von den Deutschen, bekam ich schon in Irkutsk. Mir gefiel das gründliche Auswahlverfahren der Kandidaten für das Programm und den Unterricht. Es hat mir gefallen, dass die deutsche Seite die Lehrbücher zur Verfügung gestellt hat und mit Oxana Lovtschagina eine gute Lehrerin ausgewählt hat. Die Reise selbst war genau organisiert und verlief planmäßig. Dennoch wäre es gut, wenn es in Irkutsk mehr Informationen in Zeitung, Fernsehen und Internet darüber gebe, dass eine deutsch-russische Gesellschaft existiert, über die Programme, die Schöck-Stiftung. Einen großen Eindruck hat Deutschland auf mich gemacht von dem Moment an, an dem wir die deutsche Erde betraten. Der große und schöne Flughafen in Frankfurt mit seinen vielen Terminals und Gängen. Erstaunlich die vielen Bewegungen in der Luft, alle Minute eine Landung. Wir alle waren von dem warmen Empfang in Frankfurt sehr angenehm überrascht. Die Autobahn mit ihrem guten Belag ließ uns mit hoher Geschwindigkeit fahren. Akkurate Dörfer, Sauberkeit auf den Straßen Blumen und dekorative Pflanzen all das machte einen angenehmen und nie gesehenen Eindruck. Es ist ersichtlich, dass das Geld, das für die Instand- und Sauberhaltung der Straßen aufgewendet wird, nicht umsonst ausgegeben wird. Überall Sauberkeit und Ordnung. Sauber und gepflegte Fassaden. Im unterschied zu Russland gefällt mir hier das durchdachte System der Regenwasserableitung in die Kanalisation. Nach der Anfahrt von Frankfurt fanden wir uns im gemütlichen Haus der Familie Weber wieder, wo wir bei einem leckeren Abendessen Informationen über die weiteren Pläne erhielten. Wo wir wohnen werden, wo und wie wir lernen werden. Das Leben im Kolpinghaus ist gut organisiert und angenehm. Es gibt alles, was man braucht, um gut zu leben. Schade nur, dass kurz vor unserer Ankunft der Fernseher gestohlen wurde, so daß wir ohne Nachricht aus der Welt und aus Russland blieben. Nur im Internet-Café konnten wir uns informieren. Und in Russland geschah in dieser Zeit die Geiselnahme durch Terroristen, nicht einfach Geiseln, sondern Kinder einer Schule in Beslan. Die gesamte Welt verfolgte diese Ereignisse, auch Deutschland. Auf den Titelseiten der deutschen Zeitungen waren Fotos vom Ort des Geschehens in Russland. Deutschland fühlte mit Russland mit. Nach einer Weile überwanden wir mit Hilfe von Freunden aus der Deutsch-Russischen Gesellschaft unseren Informationshunger. – wir bekamen ein Radio, einen Fernseher, man sagte uns, wo es Telefonkarten gebe, um günstig nach Hause zu telefonieren. Wir bekamen in ein Zimmer ein Telefon für Ortsgespräche. Die Stadtverwaltung nahm selbst aktiv am Projekt teil, der Bürgermeister empfing uns im Rathaus, wir bekamen Fahrkarten für den Nahverkehr für die gesamte Dauer unseres Aufenthaltes – als Gäste der Stadt. Große Fürsorge erfuhren wir von den Mitgliedern der Deutsch-Russischen Gesellschaft. Jedes Wochenende waren Ausflüge organisiert. Waldemar Meser lud uns zur Feuerwehr ein, wo wir erfuhren, dass die Feuerwehr in Deutschland nicht nur Feuer löscht, sondern den Menschen in den unterschiedlichsten Situationen hilft. Herr Muttern, Dieter Feldmaier, Tatjana Didong und andere Mitglieder der Deutsch-Russischen Gesellschaft zeigten uns viele altertümliche Sehenswürdigkeiten in Deutschland, Wir besuchten schöne mittelalterliche Schlösser, ich fühlte mich selbst wie ins Mittelalter versetzt. Wir begannen die Schönheit der Landschaft in Deutschland zu lieben. Ich hatte nicht erwartet, in Deutschland so viele schöne Wälder anzutreffen. Der Schwarzwald beeindruckte mich mit seiner Größe und Schönheit. Besonders schön ist es jetzt im Herbst. Und wohin man auch geht – überall saubere und gute Wege. Schöne Felder, Gärten, Weinberge. Am Anfang unseres Aufenthaltes konnten wir zu einem Herbstfest gehen, das im Zentrum von Pforzheim stattfand, das war sehr schön. Viele Menschen unterschiedlichen Alters kamen auf den Platz, tranken Bier, hörten Musik, sangen Lieder und waren fröhlich. Die ersten zwei Wochen hatten wir Deutschunterricht bei Katharina Leicht. Das war sehr interessant und nützlich. Sehr interessante Unterrichtsmethode. Wir standen manchmal auf und saßen nicht die ganze Zeit während des Unterrichts und wir lernten alles, was wir im Alltag brauchten. Dann kamen wir nach Karlsruhe in die Berufsschule. Einiges, was wir dort sahen, kannten wir schon, anderes sahen wir zum ersten Mal. Sehr interessant waren die Schulungen von Firmen für verschiedene Baumaterialien. Sehr interessant auch die Besichtigungen von Firmen. Die Lehrer an der Berufsschule zeigten sehr viel Geduld. Für Sie war es ja schwerer als für uns. Wir konnten ja nur wenig Deutsch. Ihnen ein sehr großes Dankeschön. Dann begann jeder in seiner Firma zu arbeiten. Ich kam in die Firma X, wo ich gut empfangen wurde. Ich spürte das Wohlwollen vom Chef und von den Kollegen. Aber der schwäbische Dialekt machte die Verständigung oft schwer und leider verstand ich nicht immer alles. Aber das, was mit der Arbeit zusammenhing, habe ich gut verstanden alle Fachwörter, alles, was man bei der Arbeit braucht. Anfangs fanden die Kollegen, dass ich als Praktikant nur zuschauen solle, aber dann zeigte ich Ihnen, dass ich auch arbeiten kann wie sie. Ich lernte viel Neues, vieles über die Anwendung neuer Materialien. Die Kollegen arbeiten sehr viel und schnell, genau und gut organisiert. Aber meiner Ansicht nach steht es mit der Arbeitssicherheit nicht zum besten. In Russland würde man sehr schwere Sachen nicht in der Hand mit aufs Gerüst nehmen, sondern ein Seil oder sonstwas benutzen. Und in Russland haben wir bei der Arbeit mit Fliesenkleber oder ähnlichem immer Gummihandschuhe an. Die benutzen meine deutschen Kollegen selten, auch die Schutzbrillen zum Beispiel beim Fliesenschneiden. Klar, das ist nicht immer angenehm, den Arbeitsschutz zu befolgen, aber die Gesundheit muss vorgehen. Was mir auch nicht gefällt: Die Arbeiter benutzen in schmutziger Arbeitskleidung die öffentlichen Verkehrsmittel. Sie beschmutzen die Sitze, auf die sich dann Leute mit sauberen Kleidern setzen sollen. In Russland ist es verboten, mit schmutzigen Kleidern Bus zu fahren. Ich finde, in jeder Firma sollte ein Schrank sein und die Möglichkeit, sich umzuziehen. An einem Tag besuchten wir die Firma Schöck und trafen Herrn Schöck, der uns über sich und über die Firma erzählte. Wir haben die Produktionshalle gesehen und wie darin gearbeitet wird. Die Firma macht einen sehr fortschrittlichen Eindruck. Und die Produkte sind in allen Ländern mit extremen Klimabedingungen nötig: Russland, Finnland, Kanada. Ich glaube, dass die Firma gute Zukunftsperspektiven hat. Ich habe zum ersten Mal so eine Konstruktion gesehen, die Kältebrücken verhindert und die Wände vor Feuchtigkeit schützt. Mir fehlen die Worte, um Herrn Schöck meine Dankbarkeit dafür auszudrücken, dass er unser Projekt finanziert hat. In dieser Zeit, in der Deutschland eine nicht gerade einfache ökonomische Situation durchlebt – viele Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland, Sozialprogramme werden gekürzt, Arbeitszeit wird ohne Lohnausgleich erhöht, massenweise werden Leute entlassen – in dieser Zeit findet Herr Schöck die Mittel, unser Programm zu finanzieren. Ein riesengroßes Dankeschön dafür! Am selben Tag besuchten wir noch Baden-Baden, eine sehr schöne deutsche Stadt mit langer russischer Geschichte. Viele russische Prominente waren hier. Durch die Aktivitäten von Tatjana Schill, die unsere Reisen nach Paris und Venedig organisiert hat, konnten wir die verschiedenen Länder vergleichen, das Leben und die Kultur dort. Und man muss sagen, dass Deutschland die Länder wie Frankreich und Italien an Kultur, Sauberkeit und Schönheit übertrifft. Obwohl natürlich Paris und Venedig mit ihrer Architektur und ihrer Kunst einen großen Reiz besitzen. In Deutschland sind die Menschen sehr viel ordentlicher und gastfreundlicher, die Straßen schöner und sauberer. Unseren gesamten Aufenthalt über empfanden wir die beständige Fürsorge der Deutsch-Russischen Gesellschaft, der Stadt Pforzheim und der Eberhard-Schöck-Stiftung. Fast täglich kümmert sich Frau Weber um uns. Wir waren bei fast allen Mitgliedern der Gesellschaft eingeladen, mit ihrer Hilfe besuchten wir nicht nur historische Plätze in Deutschland sondern auch technische Messen und neue fortschrittliche Baustellen und vieles andere. Alle waren wie enge Freunde zu uns und ich halte Euch alle jetzt für meine Freunde. Vielen Dank für alles, ich werde niemals vergessen, was Ihr für mich alles getan habt, meine Freunde, meine Kollegen, für die Deutsch-Russische Freundschaft, für die Völkerverständigung. Ich hoffe, dass unsere Beziehungen bestand haben werden. Am liebsten würde ich alle namentlich aufzählen und beschreiben, welch warme Gefühle ich für jeden empfinde, aber das würde sehr lange dauern. Jeder von Ihnen hat nicht nur mich ein Stück im Leben begleitet, sondern uns auch ein Stück von seinem Leben, seinem Schicksal, gegeben. Aber das wäre eine ganze Erzählung wert, ja einen Roman. Ich würde von meiner Seite aus gerne etwas nützliches, gutes und notwendiges als Zeichen der Dankbarkeit und Freundschaft tun. Ich hoffe, noch öfter nach Deutschland zu kommen. Wenn ich nach Hause komme, werde ich meinen Freunden und Kollegen alles erzählen, was ich gesehen habe, wo ich gewesen bin. Sehr überrascht hat mich die Vielfalt der Nationalitäten in Pforzheims Straßen und besonders angenehm war es, die russische Sprache zu hören. Pforzheim ist eine internationale Stadt. Man kann sehen, dass die Menschen, die wir getroffen haben, ihre Stadt lieben und vieles tun, um sie noch schöner zu machen. Dieter und Tatjana Pfennig restaurieren zusammen mit anderen den alten Bahnhof. Waldemar Meser engagiert sich mit Unterstüztung der Stadt in einer Elterninitiative für die Jugend. Die ganze Zeit muss ich mich immer noch über das genaue, organisierte und sparsame Leben wundern. Die Autobusse fahren genau zu der Uhrzeit, die auf dem Fahrplan steht, jedes kleinste Stückchen wird von der Straße, den Brücken, der Erde aufgehoben. Auch zum Wasser zu Hause verhält man sich sorgsam. Es ist schwierig, das alles zu beschreiben, für mich ist das eine neue Welt, eine neue Art zu leben – schön, durchdacht und verwunderlich. Es ist ein Beispiel für viele Länder und Völker. Vielleicht gibt es auch hier Unzulänglichkeiten, aber in dieser kurzen Zeit von drei Monaten habe ich keine entdeckt. Noch einmal vielen Dank allen, die ich auf deutschem Boden kennengelernt habe.
In Verehrung

Meine Eindrücke vom Projekt und von Deutschland
Ziel der Reise: Als ich noch in Irkutsk war, hatte ich für meine Reise nach Deutschland im Rahmen des Projektes folgende Ziele:
1. Berufliches: a) Kennenlernen der Arbeitsorganisationen in einem mittelständischen Betrieb b) Technische Ausrüstung der Firma c) Qualifikation der Leitung und der Mitarbeiter des Betriebs d) Beziehungen zwischen den Mitarbeitern im Unternehmen e) Neue Arbeitsmethoden mit modernen Materialien und Erwerb von Fertigkeiten, mit ihnen zu arbeiten f) Eine Vorstellung bekommen über schwierige Elemente des Innenausbaus und über designerische Lösungen für das Interieur
2. Kennenlernen der deutschen Bevölkerung, ihrer Lebensweise und ihrer Gesellschaft
3. Eine Vorstellung vom kulturellen Erbe Deutschlands bekommen
4. Unterhaltung mit Spätaussiedlern aus den Gebieten der ehemaligen UdSSR, Gründe, erfahren, warum sie ausgewandert sind
5. Deutsch sprechen
6. Besuch von Nachbarländern Deutschlands
Grundsätzliches: Ich werde im folgenden Text nicht die positiven und negativen Seiten trennen, denn sehr oft, wie man so sagt, ist die Unzulänglichkeit die Folge der Errungenschaft und umgekehrt. Wahrscheinlich kennen die Menschen in vielen Winkeln des Erdballs die den Deutschen eigene Ordnungsliebe. „Die Ordnung kommt zuerst“, so lautet ein deutsches Sprichwort. Und davon konnte ich mich gleich am Anfang unseres Aufenthaltes in Deutschland wirklich überzeugen. Das zeigt sich an der Sauberkeit der Straßen, an den gepflegten Häusern, Gebäuden und Straßen, und auch bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen, darunter auch unseres Projektes. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt nach unserem Besuch Frankreichs und Italiens, die meiner Ansicht das Niveau Deutschlands nicht erreichen. Was gefällt mir hier noch? Selbstverständlich die Straßen. Bei solchen Straßen spart der Mensch Zeit, Kraft, werden die Transportmittel besser ausgenutzt, erhöht sich die Sicherheit des Straßenverkehrs. Leider kann sich das Irkutsker Gebiet solcher Verhältnisse im Moment nicht rühmen. Aber es ist notwendig, danach zu streben. Nun ist es Zeit, zu etwas anderem überzugehen. Welche Mängel sehe ich persönlich in Deutschland? Als man uns vor anderthalb Monaten vorschlug, diesen Aufsatz zu schreiben, wäre es mir ziemlich schwer gefallen, auf diese Frage zu antworten. Heute kann ich dies tun. Das erste, was ich mit hier Erstaunen feststellte, war die Anwesenheit von Bettlern auf den Straßen, vor den Eingängen der Geschäfte und öffentlichen Gebäuden. Das wurde zum ersten Anlass darüber nachzudenken, ob mit der sozialen Versorgung der Bevölkerung in Deutschland alles in Ordnung ist, wo ich doch von meinen Bekannten, die hier gewesen waren, gehört hatte, dass sie Bettler nur außerhalb von Deutschland gesehen hatten. Dann traf ich auf der Straße Leute, die Flugblätter verteilten und gegen die Kürzung der sozialen Leistungen protestierten. Mit Verwunderung hörte ich von den Demonstrationen, die in einigen großen Städten Deutschlands stattgefunden hatten. Viele Leute, die hier leben, sagen, dass das Leben mit jedem Jahr schwerer wird. Die Preise steigen. Die Welt verändert sich. Es verändern sich die wirtschaftlichen Zentren. Das Kapital geht dorthin, wo es ihm Profit bringt. Und zur Zeit lohnt sich das Geldverdienen für die Unternehmer außerhalb von Deutschland, wo die menschliche Arbeit nicht so teuer ist wie hier. Und deshalb sparen die Unternehmen Personal ein. So wie Opel das schon angefangen hat, und wie Volkswagen es weitermachen wird. Dabei ist die Automobilindustrie eine der Säulen des modernen Deutschlands. Und damit verbunden ist doch die Arbeit vieler anderer Firmen, die als Zulieferer fungieren. Natürlich sehen die Leute das alles, begreifen es und fürchten deshalb für ihre Zukunft. Und in dieser ungünstigen Situation, erfuhr ich aus einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der Firma Mercedes, wollen viele nicht die Zeit opfern, die sie für die Erholung vorgesehen haben. Zum Beispiel, als die Leitung dieser Firma einem Teil der Mitarbeiter (vor allem der jungen Mitarbeiter) vorschlug, einige Stunden in der Woche bei zusätzlicher Bezahlung mehr zu arbeiten, fanden sich nicht sehr viele dazu bereit. Dieses Beispiel und einige andere Beobachtungen zeigten mir, dass die Jugend in Deutschland für die ernsthaften Schwierigkeiten, die in der Zukunft noch gravierender werden, nicht genügend Verständnis hat. Deutschland hat für seine Bürger einen hohen Lebensstandard erreicht und es ist eine Gesellschaft entstanden, in der die Menschen sich sicher fühlen. Der große Nachteil ist aber, dass bei weitem nicht alles von Deutschland selbst abhängt. Sehr viele äußere Faktoren beeinflussen das Schicksal des Landes. Die Menschen hier sind es gewohnt, gut zu leben und viele, die ein ziemlich gutes Einkommen wollen es lieber für sich ausgeben, als mehr Kinder zu haben. Und ist es doch seit langem bekannt, dass sich die demographische Situation im Land nicht zum besten entwickelt, die Deutschen weichen mehr und mehr den Bürgern anderer Nationalitäten. Einerseits ist das ein normaler Vorgang, wie ein bekanntes russisches Sprichwort sagt: „Der Fisch sucht den tiefen Grund und der Mensch sucht das gute Leben“ Teilweise aus diesem Grund gibt es im heutigen Deutschland so viele Einwanderer aus anderen Ländern. Indem man in einer ziemlich großen Zahl Menschen aus diesen Ländern aufnimmt, löst man zu einem gewissen Teil das demographische Problem, aber andererseits führt dies nach meiner Ansicht zu einem allmählichen Aussterben der deutschen Nationalität. Auf den Straßen Deutschlands kann man jetzt alle möglichen Sprachen hören: russisch, türkisch oder chinesisch. Und das kann den Deutschen natürlich nicht gefallen. Ein Mensch hat ein wesentlich besseres Verhältnis zum anderen, wenn dieser die Sprache des Landes spricht. Ich kann das beurteilen, denn in Russland läuft im Moment die gleiche Entwicklung ab. Zu uns kommen viele Leute aus dem Kaukasus, Mittelasien und China. Eine weitere nicht sehr gute Tendenz ist der Qualitätsverlust der in Deutschland hergestellten Waren. Eine große Menge billiger Werkzeuge kann man zum Beispiel in Geschäften wie „Bauhaus“ oder „Praktiker“ sehen, an deren Tauglichkeit für die Arbeit ich sehr zweifle. Ist es doch bekannt, dass eine gute Sache nicht billig sein kann. Natürlich sind diese Dinge in der Regel nicht aus deutscher Produktion. Viele Maschinenteile und Werkzeuge werden heute in anderen Ländern hergestellt, und dort erhalten sie nicht immer die notwendige Qualität. Deshalb liegen bei Vergleichen der Zuverlässigkeit der Autos immer häufiger die deutschen Autos im Mittelfeld und verlieren gegenüber den japanischen Herstellern. Natürlich sind die technischen Resourcen Deutschlands kolossal, aber dies alles muss man bewahren und weiterentwickeln, denn andere Möglichkeiten seine Wirtschaft aufzubauen hat Deutschland nicht. Es gibt keine Bodenschätze in größerem Ausmaß und das Land ist stark abhängig von den Rohstofflieferanten. Das bedeutet, dass die geistige Arbeit immer wichtiger wird. Dafür ist es unabdingbar, dass das Bildungsniveau im Lande erhöht wird. Die Bildung in Deutschland ist, soweit ich weiß, nicht auf die beste Weise organisiert. Obwohl 13 Jahre Schulbildung lang genug ist. Ich weiß natürlich, dass es andere Möglichkeiten der Ausbildung gibt, aber trotzdem. Das System der Berufsausbildung in Deutschland sieht viele Stufen vor. Das ist gut, aber es kommt vor, dass ein Mensch, der sich mit einer Sache beschäftigt, gezwungen ist, sich auch dann noch damit zu beschäftigen, wenn sich herausstellt, dass diese für ihn nicht ganz geeignet ist. Und einen anderen Beruf zu erlernen, erfordert wieder eine lange Zeit. Außerdem habe ich gehört, dass man an den Hochschulen in Deutschland sehr lange studieren kann. Deshalb wird für viele Leute das Studium zu einer Art Hobby.
Nun möchte ich mich über das Programm unseres Aufenthaltes äußern. Wie bekannt, begann es mit einem Deutschkurs. Nach meiner Ansicht waren sechs Stunden Unterricht am Tag zu lange. In Irkutsk war das besser organisiert. Hier hatten wir wirklich nicht genügend Zeit für die selbständige Arbeit. Am Abend mussten wir das Essen zubereiten, etwas ausruhen und wollten auch einfach mal spazierengehen, das Leben in der Stadt sehen, wie und wo die Einwohner den Feierabend verbringen. Für die Zukunft würde ich als unmittelbarer Teilnehmer dieses Projektes empfehlen, den Sprachunterricht zu kürzen. Im übrigen kann man die Methodik des Unterrichts beibehalten, aber es sollten mehr Texte mit umgangssprachliche Redewendungen zur häuslichen Arbeit aufgeben und die Aufgaben anschließend unbedingt kontrolliert werden. Nächste Etappe – der Lehrgang in Karlsruhe. Was mich als Maler betrifft, kann ich sagen, dass dieser Teil fachlich sehr gut und interessant war, das bezieht sich sowohl unmittelbar auf die praktischen Fertigkeiten, die ich in diesem Zeitabschnitt erwarb, als auch auf den theoretischen Unterricht, der von Vertretern verschiedener Firmen gehalten wurde und ebenso auf die Betriebsbesichtigungen. Nach meinem Standpunkt soll dieser Teil des Projekts nicht verändert werden.
Nun zum letzten Abschnitt, der zur Zeit noch andauert: die Arbeit in der Firma. Ich beginne damit, dass ich vom Anbeginn meiner Tätigkeit in der Firma X bis heute keinerlei Probleme im Verhältnis zur Firmenleitung und zu den Mitarbeitern hatte.Vom ersten Arbeitstag an lernte ich Neues, was ich bisher nicht kannte. Mir gefällt die Organisation des Arbeitsprozesses, mir gefällt die Mobilität bei der Fahrt zum Arbeitsplatz, die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge, die Menge der verschiedenen Elektrogeräte und die große Auswahl an Werkzeugen in der Firma. Freundschaftliche Beziehungen in der Belegschaft – das ist eine der wichtigsten Komponenten der Tätigkeit eines jeden Unternehmens. In dieser Firma gibt es solche Beziehungen. In fünf Wochen Arbeit in der Firma beschäftigte ich mich mit verschiedenen Arbeitsgängen. Ich glaube, die Zeit, die ich in diesem Betrieb verbracht habe, war für mich sehr produktiv und es kamen mir Ideen, wie ich mein Geschäft in Irkutsk verändern und einiges, was ich hier gesehen habe, einführen kann. Was mir nicht gefällt: Sowohl auf den Exkursionen als auch während der Arbeit habe ich die Überzeugung gewonnen, dass in Deutschland beim Bau von Gebäuden mit wenigen Etagen praktisch überall typisierte Konstruktionen mit einfachen geometrischen Formen verwendet werden. Die Innenausstattung ist auch nicht reich an ausgearbeiteten Lösungen. Sogar auf der Ausstellung in Fellbach habe ich keine Vielfalt der Formen gesehen. Natürlich ist das unzweifelhafte Plus eines solchen Herangehens die Senkung der Baukosten. Damit möchte ich meine Ausführungen beenden, und abschließend bemerken, dass ich es für ein großes Glück halte, an diesem Projekt teilgenommen zu haben. Ich habe viele nette und interessante Menschen kennengelernt, sowohl unter meinen Kollegen als auch unter den Menschen, die hier in Deutschland wohnen. Ich konnte an vielen Stellen schön erhaltene Denkmäler der Vergangenheit sehen. Ich überzeugte mich, dass der Mensch und die Menschheit im Ganzen so viel leisten kann, dass die Leute so begabt sein können. Es ist nur nötig, dass die Gedanken und Gefühle der Menschen in jedem Moment auf das Schaffen gerichtet sind.
Von meiner Seite möchte ich all jenen Leuten danken, die das Projekt finanziert und so gut organisiert haben, und auch denen, die die ihre persönliche Zeit geopfert haben und uns halfen, uns in Deutschland wohl und bequem zu fühlen. Das ist ohne jeden Zweifel sehr wichtig für die Grundlegung fester geschäftlicher und freundschaftlicher Verbindungen. Danke

Guten Tag
Ehrlich gesagt, habe ich lange nachgedacht über was ich berichten soll; als Mensch, der ohne Sprachkenntnisse in ein bis dahin unbekanntes Land gekommen ist, ein Land, in dem das Leben völlig anders verläuft, als in dem, wo man bisher gelebt hat. Es bewegt sich in der Seele so einiges. Emotionen ergreifen einen so, dass man glaubt es kaum ertragen zu können. Im Kopf so ein Durcheinander, so viele Informationen, dass wahrscheinlich ein Monat vergehen wird, bevor alles seine Schubladen im Kopf gefunden haben wird.
Darum entschuldige ich mich im Voraus für ein mögliches Wirrwarr.
Zu diesem Projekt bin ich, wie einige Andere, ganz zufällig gekommen. Aber vielleicht war es auch kein Zufall. Mein Freund, der mir davon erzählt hat und mich wirklich gezwungen hat die Unterlagen einzureichen, hat den Wettbewerb nicht bestanden.
Ich war sehr erstaunt, als ich den Brief geöffnet habe mit der Einladung ins „Europa Haus“ zu einem Gespräch zu kommen. In diesem Moment habe ich das alles noch nicht ernst genommen. Ehrlich gesagt, es bestand ein großer Zweifel – ob es sich lohnt hinzugehen. Ich bin hingegangen und bereue es nicht. Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfuhr, dass ich unter den 12 Kandidaten bin. Dann kamen Kurse, das war sehr schwer. Von 8:00 bis 14:00 Uhr Kurse, von 14:00 bis 20:00 Uhr Arbeit, von 20:00 bis 02:00 Uhr Hausaufgaben und Privatsachen. Ich mußte mich sehr anstrengen. Wenn ich mich jetzt daran erinnere, dann glaube ich, es ist sehr lange her, obwohl erst 4 Monate vergangen sind. Dabei habe ich mir immer die Frage gestellt: Wozu brauche ich das alles? Die letzte Tage vor dem Abflug, der Flug selbst – das alles war wie im Traum, als wäre das nicht ich, der auf drei Monate zum Lernen nach Deutschland fliegt. Drei Monate ist eine lange Zeit, das ist wie ein neues Leben, in dem du die ersten unsicheren Schritte wagst, die du ohne Unterstützung der Anderen nicht tun kannst. Uns wäre es nicht leicht gefallen ohne die Unterstützung von Frau Weber, Klaus Weber, Frau Pfennig, Dieter Pfennig, Ewald, Tatjana, unserer Lehrerin Katharina und vielen anderen Menschen, von denen es tatsächlich so viele hilfsbereite ? gibt.
Das Leben in Deutschland kann man vergleichen mit der Sendung „ Das Selbstverständliche und Unwahrscheinliche“. Man wundert sich über absolut alles. Man wundert sich selbst und erregt Aufsehen bei den Anderen. Das größte Problem waren die fehlenden Sprachkenntnisse. Bei der Besichtigung des Dillsteiner Bahnhofes mit Dieter Pfennig näherte sich mir ein junger Mann und fing an über eine Kindereisenbahn zu erzählen und Zeichnungen zu zeigen. Er war so begeistert und redete so schnell, dass ich nur ein Zehntel davon verstanden habe, aber für mich war es sehr interessant und ich unterbrach ihn nicht. Nach fünf Minuten kam zu uns Klaus Weber und sagte ihm, dass ich ihn nicht verstehe. Es entstand eine Pause, mein Erzähler schwieg und dann lachten alle. Es war auf jeden Fall lustig und solche Momente gab es viele.
Unser Programm war sehr gefüllt: Führungen, Fahrten zu Fabriken. Das, was ich mir seit meiner Kindheit vorgestellt habe, sah ich jetzt mit eigenen Augen. Neues Werkzeug, Roboter, Fließbänder, Menschen, die auf diesen Werkbänken arbeiten. Unterhaltungen mit Menschen auf der Straße. Begegnungen auf „höherem Niveau“.
Es entstand ein Eindruck über das Leben in Deutschland. Ich habe gesehen, dass wir in einigem sehr ähnlich sind und gleichzeitig sind wir absolut unterschiedlich. Manchmal gab es Erstaunen wenn ich eine Frage gestellt habe und der gegenüber antwortete: „Wozu brauchst Du das? Du bist ein Maler, deine Sache ist es Wände zu streichen.“ Warum? Aber doch öfters wurde mein Interesse unterstützt und mir wurde geholfen. Ich habe viele Menschen kennengelernt, ich habe hier Freunde. In der Schule in Karlsruhe habe ich einige Arbeitsfähigkeiten erworben. Ich habe den Aufbau der Firma kennengelernt. In meinem Geschäft würde ich auch die Mitarbeiter in Brigaden von Malern, Fliesenlegern und Putzarbeitern einteilen. Natürlich sehe ich hier viele Widersprüche. Warum soll nicht eine Firma komplett die Renovierungsarbeiten durchführen? Warum wird eine Stundenentlohnung eingesetzt ? Und noch viele andere „warum?“. Alles erkennt man im Vergleich. Jetzt habe ich etwas zum Vergleichen. Jetzt habe ich eine Antwort auf meine Frage:“ Wozu habe ich das alles gebraucht?“. Dazu, dass ich vieles über das Leben in Deutschland erfahren habe, dass ich nie in Russland erfahren hätte, dazu, dass meine vielen Bekannten und Arbeitskollegen einiges über Russland erfahren haben, viele haben ihre Meinung geändert, dass das ein Land ist, wo nur Banditen leben und auf den Straßen Bären herumlaufen. Dazu, dass ich mein Leben von einer anderen Seite betrachte. Um festzustellen, das wir nicht schlechter arbeiten können, in manchem sogar besser. Dazu, dass im Kopf viele Ideen entstanden sind. Um mehr zu wissen. Um Menschen kennen zu lernen, denen Russland nicht gleichgültig ist. Dazu, um die deutsche Sprache anfangen zu lernen. Man kann vieles und lange aufzählen. Aber das Wichtigste ist, dass ich begriffen habe, dass ich mich in der richtigen Richtung bewege. Ich spüre mehr Selbstsicherheit in meinen eigenen Kräften. Ich habe Erfahrungen gesammelt, die ich nicht hatte. Wahrscheinlich werden die drei Monate in irgendeiner Weise einen Einfluss auf mein weiteres Leben haben. In jedem Fall vergesse ich nie diese Tage und die Menschen, die mir nah waren. Auch wenn wir uns nie mehr begegnen. Denn das Leben ist unvorhersehbar, besonders bei uns. Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken verständlich rüberbringen, so wie es mir möglich war.
Mit freundlichen Grüßen

Guten Tag. Ich bin Teilnehmer an einem Projekt in ihrem Land. Ich muss sagen, dass ich ein einfacher Bauarbeiter bin. Bis zu diesem Projekt hatte ich nicht daran gedacht, irgendwohin zu fahren, schon gar nicht nach Europa. Ich habe einfach gearbeitet – Objekt, ein anderes Objekt, manchmal gab es eine Krise mit der Arbeit, wenn es keine Objekte gab, dann wieder Arbeit und ich dachte, das würde jetzt immer so sein. An der Abenduniversität habe ich auch studiert, aber nicht bis zu Ende. Ich habe eine Frau, einen Sohn und ein paar Freunde. Und jetzt bin ich hierher nach Deutschland geraten. Dank meiner Frau (die darauf bestand), Ihnen und dem Zufall. Ehrlich gesagt fühlte ich mich wie in dem englischen Märchen, als Alice in die Kaninchenhöhle fällt und ins Wunderland gerät. Am Anfang war ich total schockiert. Warum werden wir so empfangen? Warum freuen sich vollkommen fremde Menschen so über mich? Ich bin doch nicht der Bürgermeister, kein Nobelpreisträger und nicht der erste Kosmonaut – ich bin ein einfacher Bauarbeiter. Mindestens eine Woche lang habe ich darüber nachgedacht. Dann kam ich zu dem Schluss, dass das nicht mit mir persönlich zusammenhängt sondern mit uns allen neuen, dass ich also Teil eines Kollektivs bin. Die Sache ist die, dass in Russland seit zehn Jahren die zwischenmenschlichen Beziehungen ziemlich angespannt sind. Wenn dich jemand sehr gut behandelt, dann heißt das, dass es dafür einen Grund gibt: du sollst etwas dafür tun, eine Gegenleistung bringen. Ohne das gibt es nichts (außer bei den Eltern natürlich). Ich habe mich daran gewöhnt und mich deswegen über die einfachen, vorbehaltlosen Beziehungen hier gewundert und es erschüttert mich, dass ich mit nichts danken kann als Gegenleistung, ich kann einfach nur „danke“ sagen. Aber mit diesem Wort kann ich den Menschen meine Dankbarkeit nicht ausdrücken für die Möglichkeit, alles hier zu sehen, eine andere Kultur und Sprache kennenzulernen. Eine äußerst wichtige Sache habe ich ebenfalls erfahren: Deutschland ist ein Land mit entwickeltem Kapitalismus und entwickelter Demokratie. Russland geht jetzt schon 15 Jahre in Richtung Marktwirtschaft und hier können wir sehen, was Russland in der Zukunft erwartet, mich persönlich interessiert Bautechnologie, Materialien, Häuser. Früher habe ich nicht alles verstanden, jetzt sehe ich das Ziel, jetzt wird mir die Arbeit leichter fallen. Natürlich bin ich auch traurig darüber, dass es bei uns in Irkutsk noch nicht bald so weit sein wird, dass alles schön renoviert ist und aufgebaut wie hier in Deutschland, zumindest nicht in diesem Leben, aber dahin muss man streben. Was unser Praktikum betrifft, den Teil im Betrieb, so denke ich, dass alles gut organisiert und auf hohem Niveau war.- die Firmenbesichtigungen, der Unterricht in Karlsruhe. Die Arbeit im Betrieb ist auch sehr interessant lehrreich besonders im Bereich Arbeitsorganisation. Besonders gut gefallen mir meine deutschen Kollegen, wirkliche Profis, die sich ihrem Ziel ganz verschreiben. Meine Firma ist X Jahre alt und die Arbeit bis ins kleinste durchorganisiert. Das einzige, was ich nicht richtig finde ist, dass wir das Stipendium von der Stiftung direkt bekommen, deshalb denken wir, dass wir in der Firma umsonst arbeiten. Die Stiftung sollte das Stipendium durch die Chefs auszahlen lassen, dann wäre der Enthusiasmus für die Arbeit größer. Alles andere ist gut. Ich habe sehr viele wertvolle Informationen im Praktikum erhalten. Jetzt denke ich darüber nach, wie ich das bei meiner Arbeit anwenden kann. Zum Schluß möchte ich noch persönlich und im Namen all meiner Kollegen Herrn Schöck und allen Menschen auf der deutschen Seite, die an diesem Programm mitgewirkt haben, Dank aussprechen, herzlichen Dank.

Die Geschichte begann Anfang des Jahres, als meine Frau über die Auswahl der Handwerker für Deutschland las. Wir durchliefen die Auswahl in Irkutsk, lernten Deutsch und flogen nach Deutschland zum Praktikum. In Deutschland angekommen, gab es unheimlich viele positive Eindrücke vom Land und von den Menschen, die hier leben. Sehr gut hat uns gefallen, wie die Menschen sich uns gegenüber verhielten. Angefangen von den Deutschstunden, die sich hier sehr von denen in Irkutsk unterschieden. Es gab viele Spiele und Unterhaltungen. Dann begannen die Schulungen in Karlsruhe. Da hat es mir persönlich sehr gut gefallen. Obwohl ich nicht alles auf Deutsch verstanden habe, hat man uns alles ausführlich erklärt. Und nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie. Dann begann die Arbeit in der Firma und hier begann etwas, was ich wirklich nicht verstehe. Ich bekam Arbeiten, die mir überhaupt nichts neues gebracht haben, ich habe gar nichts neues aus ihnen gelernt. Womit das zusammenhängt, weiß ich nicht. Ich glaube, dass es nicht gut ist, zwei Monate in einer Firma zu arbeiten. Man müßte diese Zeit auf verschiedene Firmen verteilen, damit man sehen kann, wie die Menschen an verschiedenen Orten arbeiten. Das ist meine persönliche Meinung zum Praktikum und zum Unterricht. Was das Kulturprogramm betrifft, war alles sehr gut und mit viel Liebe gemacht. Das ist im Prinzip alles.
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